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© Diözese Eisenstadt/Markus Heuduschits

Dienstag, 12. April 2016

Franzikus stößt Tür zu Pastoral der Barmherzigkeit weit auf





Stellungnahme zum nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Amoris Laetitia“

Forum Beziehung, Ehe und Familie der Katholischen Aktion: Papstschreiben „Amoris Laetitia“ folgt „Logik der Integration“, die niemanden aus der kirchlichen Gemeinschaft ausschließt – Viele verständliche, konkrete und ermutigende Impulse für das Leben in Beziehungen

Papst Franziskus hat mit seinem Schreiben „Amoris Laetitia“ die Tür zu einer von Barmherzigkeit getragenen Ehe- und  Familienseelsorge weit aufgestoßen. „Dieses Schreiben ist von der Logik der pastoralen Barmherzigkeit geprägt. Niemand darf ausgeschlossen werden, denn die Botschaft von Gottes Liebe und Barmherzigkeit gilt gerade auch den Menschen in schwierigen Situationen. Die Kirche muss neu auf die Menschen zuzugehen, auf jene, die sich auf dem Weg zur Ehe befinden, auf die Eheleute, aber auch auf die, deren eheliche Beziehungen missglückt sind und die sich oft von der Kirche alleingelassen vorkommen“, erklärt das Forum Beziehung, Ehe und Familie (FBEF) der Katholischen Aktion Österreich in einer am Montag, dem 11.4.2016 veröffentlichten Stellungnahme zu dem nachsynodalen Papstdokument.

Die „Logik der Integration“, die niemanden aus der kirchlichen Gemeinschaft ausschließt, gelte besonders auch im Blick auf die wiederverheirateten Geschiedenen und die Frage, ob diese zur Kommunion zugelassen sind. „Franziskus bietet in seinem Pastoralschreiben keine allgemeine Entscheidung, denn sie würde nicht jedem Einzelfall gerecht werden. Er ermutigt stattdessen zu einem einfühlsamen und klugen, ja sogar weisen pastoralen Vorgehen, das den Einzelfall sorgfältig prüft und die jeweilige Situation aller Betroffenen in ihrer Komplexität berücksichtigt. Dies wird verbunden mit dem Respekt vor der Gewissensentscheidung des Einzelnen. Der Papst setzt Vertrauen in die Gewissenskompetenz der Gläubigen“, hebt der Vorsitzende des Forums, Norbert Thanhoffer, hervor.

Generell sieht das Forum in „Amoris Laetitia“ eine wichtige Vertiefung der kirchlichen Lehre über Beziehung, Ehe und Familie und eine Fortführung jener Schritte, die seine Vorgänger begonnen haben. Es biete „ein außerordentlich hilfreiches Orientierungsangebot und einen reichen Schatz an Impulsen für das konkrete Leben“. „Die gut verständliche, positive, konkrete, lebensnahe, einladende und ermutigende Sprache ist wohltuend. Die Ehen und Familien werden in ihren oft sehr komplexen alltäglichen Lebenssituationen und Lebensverhältnissen differenziert wahrgenommen, ihre Wirklichkeit wird wiedergegeben und ernst genommen. Das Dokument zeigt eine große Hochachtung vor der menschlichen Liebe, wie sie in den unterschiedlichen Realitäten gelebt wird. Beachtlich ist die Würdigung des Weg- und Wachstumscharakters von Ehe und Familie“, heißt es in der Stellungnahme. „Um das Wachstum in Beziehung und Liebe zu fördern, werden in positiver und ermutigender Weise Wertoptionen, Möglichkeiten und Perspektiven für das Leben in Ehe und Familie eröffnet.“

Der Papst wolle „eine begehbare Brücke zwischen Ideal und Wirklichkeit bauen, um die Einheit von Lehre und Praxis umzusetzen“. Franziskus betone, dass die Kirche an ihrem Ehe-Ideal und ihre Beziehungsethik festhält, aber gleichzeitig ermöglicht, den „Weg der Barmherzigkeit“ zu gehen. „Außergewöhnliche Situationen zu verstehen bedeutet niemals, das Licht des vollkommeneren Ideals zu verdunkeln“, zitiert das Forum aus dem Schreiben. Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit dürften nicht als konkurrierende Größen wahrgenommen werden.

„Beeindruckend ist das völlige Weglassen von Verurteilungen und Ausgrenzungen“, erklärt FBEF-Vorsitzender Thanhoffer weiter. „Dieses Pastoralschreiben ist ein Aufruf, den gangbaren Weg des Hinschauens und Hinhörens, der Unterscheidung, der Annahme und Begleitung, der Einbeziehung und Integration zu gehen.“ Aufgrund dieses Schreibens sei es angebracht, die bisherige Seelsorge mit Menschen in Beziehung, Ehe und Familie zu überdenken und - wo dies notwendig ist - zu ergänzen und zu verbessern. Auch sei die Gewissensbildung der Menschen zu fördern. Dazu braucht es eigens ausgebildete, kompetente Seelsorgerinnen und Seelsorger.

Im Blick auf Menschen mit homosexueller Orientierung verweist das Forum auf die Forderung des Papstes nach einer respektvollen Begleitung. „Das ist ein konkreter Auftrag zur umfassenden Pastoral mit Homosexuellen. Ziel dieser seelsorglichen und spirituellen Begleitung soll es sein, dass sie die notwendigen Hilfen bekommen, um den Willen Gottes in ihrem Leben zu begreifen und ganz zu erfüllen“, so die Stellungnahme des Forums, das auch die Austauschplattform der diözesanen Familienstellen Österreichs ist.

Auch regional unterschiedliche Vorgehensweisen seien durch das Papstschreiben eröffnet worden. „Ehe und Familie können immer nur auf dem Hintergrund der jeweiligen Gesellschaft gelebt werden. Franziskus eröffnet viele Möglichkeiten sinnvoller, der jeweiligen Situation entsprechender Begleitung und Unterstützung von Beziehungen, Ehen und Familien durch die Kirche“, so das Forum der Katholischen Aktion abschließend.

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